Stellen wir uns eine Straße vor, die mit Geröll übersät ist und unser Vorwärtskommen plötzlich verhindert, da die Felsen zu groß, die Steine zu spitz sind. Jemand versucht, diese mächtige Barriere zu überwinden, er kämpft mit dem Fels, müht sich schwitzend und keuchend ab, immer Gefahr laufend, einzubrechen, abzurutschen, verletzt zu werden. Schließlich mag er unter den größten Anstrengungen, mit den Kräften am Ende, es endlich doch geschafft haben auf die andere Seite gelangt zu sein und denkt sich: „Nie wieder werde ich diese Straße betreten, geschweige denn, sie zu überwinden versuchen. Das ist mir viel zu anstrengend!”
Ein anderer, vor dasselbe Problem gestellt, denkt sich: „Nun gut, hier scheint ein großes Hindernis vor mir zu liegen. Ich werde mir die Zeit nehmen, es nach und nach abzutragen, denn dann ist die Straße frei und ich kann sie jederzeit betreten.” Dieses Beispiel soll den Ansatz verdeutlichen, dem dieses Konzept zugrunde liegt. Der Schüler, vor die Aufgabe gestellt, ein Musikinstrument zu erlernen, wird sich in den meisten Fällen mit solch einer Barriere konfrontiert sehen, nicht selten schon zu Beginn seiner Musizierlaufbahn, als Anfänger. Oder er gerät vielleicht später an den Punkt, an dem es einfach nicht mehr weitergeht. Ein gewisser Schwierigkeitsgrad, ein gewisses Maß an Ausdrucksmöglichkeiten wird nicht überschritten.
Musik und Mensch – Ein ganzheitlicher Ansatz zum Musiklernen am Beispiel Gitarre (PDF zum Download)