Philosophie

Ganzheitlichkeit

Hauptmerkmal von Tagtigall ist ein ganzheitlicher Ansatz: Körper, Geist und Seele sind gleichberechtigte Bestandteile unserer menschlichen Existenz und bedürfen alle derMusikschule Tagtigall - Philosophie entsprechenden Aufmerksamkeit, die ihnen jedoch häufig nicht genügend zuteil wird.
Gerade Musik ist nach unserer Auffassung eines der wertvollsten Güter, die der Menschheit geschenkt wurden, und deren Möglichkeiten, den Menschen zu einem bewussten und ausgeglichenem, seinem spirituellem Wesen entsprechend zu formen und zu bilden, viel zu wenig genutzt oder sogar missbraucht werden.

Musik als Sprache des Herzens

Unser Dasein ist ein zu gleichen Teilen materielles wie spirituelles. Leider schenken wir unseren materiellen Bedürfnissen und Sorgen häufig zu viel Aufmerksamkeit, und vernachlässigen unsere spirituelle, unsere seelische Seite. Das hat die Welt in den Zustand gebracht, in dem sie heute ist und es ist nicht zu leugnen, dass sie einiges an Besserung vertragen könnte.
Liebe und MusikNicht  unschuldig daran ist unser allgemeines Erziehungswesen, das den Menschen oft zu einseitig behandelt und ihn im Wesentlichen zu einem „funktionierendem“ Geschöpf heranzieht, dem zwar Wissen, aber keine Weisheit gelehrt wird. Weisheit jedoch entsteht im Herzen, wird im Geist reflektiert und von dem Körper in die Tat umgesetzt. Das was das Herz in sich trägt und gebiert ist die Liebe und eines der großen, hehren Mittel, dem Menschen Liebe zu lehren, ist die Musik. Es ist die Sprache der Welt, die Sprache der Herzen, die uns vereint, verständig macht und uns beglückt, und derer sich jeder Mensch bedient, ob als „Sprechender“ oder „Zuhörender“.

Musik schwingt

Diese Kraft, diese Magie, die der Musik innewohnt und deren sich alte Völker und Philosophen schon längst bewusst waren, versuchen wir bei Tagtigall auf adäquate Art und Weise zu vermitteln und zu spielen, d.h. auf eine Art und Weise, die das individuelle Herz des Menschen in den Mittelpunkt stellt, die den Menschen als ganzheitliches, kompetentes und zur Liebe fähiges Geschöpf betrachtet.
Musik erzeugt Schwingungen, die sich in der Welt verbreiten und unserer Ansicht nachMusik schwingt niemals verschwinden, Energie die sich ausbreitet und uns bewusst und unbewusst beeinflusst. Werden Klänge nun in einem Gefühl der Liebe, der Hingabe, der Freude und eines harmonischen „Sicht-Selbst-Bewusst-Seins“ erzeugt, so tragen diese Schwingungen auch diese Gefühle in die Welt und somit zu einer besseren bei.

Was ist Musik?

Diese Frage stellen wir uns immer wieder und finden nie eine befriedigende Antwort, nicht solange wir versuchen, sie mit dem Verstand zu lösen. Aber wir finden oder besser erleben immer wieder neue Erfahrungen, die uns einer Antwort näher bringen.
Diese Erfahrungen möchten wir mit Tagtigall jedem interessierten Menschen teilen und zugänglich machen und zugegeben, die Liste möglicher Antworten auf die Frage „Was ist Musik?“ ist endlos, genauso wie die individuellen Erfahrungen, die jeder mit Musik macht.

Was ist Musik nicht?

Ok, diese Frage mag provozieren aber sie ist dienlich, um unser allgemeines Musikverständnis etwas Musik mit Seele und aus dem Herzendurchzurütteln und zu erweitern.
Es gibt da nun (bis zu einem gewissen Grad berechtigt) diejenigen, die sagen Musik ist alles (was klingt). Wir möchten nun aber keine philosophischen Gedankenspekulationen betreiben, bei denen alles gedacht werden darf, sondern Musik als das verstehen, was uns Menschen innerlich erleichtert, befreit, berührt, was uns im besten Sinne zu „Menschen“ macht, uns unserem natürlichen Kern näher bringt, ausbalanciert, spiritualisiert.
Daher ist in unserem Verständnis nach all der Klang nicht Musik, der uns von unserem natürlichen Ursprung, von unserem Herzen entfernt.

Woher kommt die Musik?

Die Musik kommt aus uns. Wir sind sozusagen ihre Diener, die sie hörbar machen. Die größte Schönheit entsteht, wenn die Töne selbst sprechen dürfen und wir ihnen nichtMusikmachen unsere Vorstellungen aufzwängen. Der einfachste Weg ist immer auch der schönste und der am leichtesten umsetzbare.
Wir sind selbst ein Instrument, auf dem die Natur unser Selbst offenbart, das frei von vorgefassten oder dogmatischen Vorstellungen und künstlichem Leistungsdruck ist.
So wie eine Saite frei schwingen muss, so wie der Klangkörper leer sein muss, müssen wir ebenso frei schwingen und leer sein, damit sich die Musik auf natürlichste Weise entfalten kann.

Nada Brahma – Die Welt ist Klang

Im Indischen heißt es „Die Welt ist Klang“. Musik und NaturAber Klang allein ist noch nicht Musik, sondern wird erst durch uns zu Musik, ganz gleich ob wir sie aktiv produzieren oder Klang konsumieren und ihn als Musik empfinden. Tatsächlich klingt alles, nicht nur Musikinstrumente, die sozusagen dazu da sind, Klang zu binden, zu einer Sprache zu verdichten, die von Herz über Ohr zu Herz gesprochen wird.
Auch Pflanzen, die Erde selbst, die Planeten klingen, das ganze Universum, die gesamte Schöpfung ist durchdrungen von Klang, dem Klang der Natur.

Musik in unseren Ohren

Wir benutzen den Ausspruch: „Das ist Musik in meinen Ohren“, wenn uns etwas gefällt und berührt. Wir assoziieren Musik mit etwas Positivem, Erbaulichem.Musikschule mit Werten
Es gibt Klänge, die uns stören, uns ins Ungleichgewicht bringen, häufig bezeichnet als Lärm.
Oft sind das Klänge, denen der Bezug zur Natur (mit Natur ist nicht nur unsere pflanzliche Umwelt gemeint, sondern auch das, was wir als Natürlichkeit bezeichnen, ebenso die menschliche Natur) fehlt, wo das natürliche oder menschliche Element, so sehr in den Hintergrund getreten ist, dass der Klang als extrem unharmonisch, bzw. unnatürlich empfunden wird.
Ein Orchester z.B. kann lauter klingen, als ein Flugzeug, dennoch erleben wir es (meist) als angenehmer.

Sprachschwierigkeiten

Musik ist eine Sprache, und Sprachen müssen wir erlernen, sowohl intuitiv als auch Mp3 und Qualitätbewusst. Nicht nur der Musizierende, auch der Musikhörende muss Musik üben und zwar mit dem Organ, über das wir Musik wahrnehmen, dem Ohr.
Die Fähigkeit zu hören ist heutzutage trotz (oder gerade wegen) I-Pod und ständiger Musikberieselung leider etwas verkümmert und bewirkt oft das Gegenteil, nämlich eine Betäubung des Hörorgans. So kümmert uns z.B. die schlechte Qualität von mp3-Dateien häufig gar nicht, obwohl gerade da die hohen und stimulierenden Frequenzen fehlen, die, die der Musik häufig die „Seele“ verleihen und die wir natürlich nicht bewusst wahrnehmen, aber wesentlich für unser Wohlbefinden sind.

Fast Food Music

Genauso wenig wie unser Magen oder unser Körper auf Dauer schlechte Nahrung vertragen, so verträgt unsere Seele auf Dauer „schlechte“ Musik (oder im weiteren SinneMusik genießen - nicht verschlingen schlechte Kunst) nur, indem sie Schaden nimmt.
Mit „schlechter“ Musik ist hier genau das gemeint, was entsteht, wenn wir ohne Herz, ohne Sorgfalt, ohne Hingabe, ohne Mitgefühl, ohne Liebe Musik produzieren, wenn dabei unsere Angst, nicht gut genug zu sein oder irgendwelchen Erwartungen nicht zu entsprechen, dominieren, wenn unserer Geltungsdrang überhand nimmt, wenn unsere Gewinnsucht sich über das Menschlich-Musikalische stellt, wenn wir uns selbst im Wege stehen oder wenn wir der Schönheit der Musik mangels liebevoller Disziplin oder Bemühung nicht genügend Aufmerksamkeit und Achtsamkeit zukommen lassen.

Nebenwirkungen

Es gibt tatsächlich zahlreiche Untersuchen, die die positiven Auswirkungen von Musik auf den Menschen belegen. Hier ein paar Beispiele*:

  • Musizierende Kinder steigern ihren Intelligenzquotienten
  • Schulische Leistungen verbessern sich
  • Das Sozialverhalten wird positiv beeinflusst
  • Die emotionale Intelligenz wird gefördert
  • In Schulen mit erweitertem Musikunterricht treten Gewalt und Vandalismus deutlich seltener auf
  • Das Selbstbewusstsein wird gestärkt
  • Stressabbau, „seelischer Ausgleich“
  • Selber Musizieren regt die Organe und Zellen des menschlichen Körpers an und beeinflusst diese positiv, „Musik macht gesund und hält jung“

Fazit

Tagtigall ist offen für alle – ob jung, alt, Amateur, Profi – von Musik und Körperarbeit Musikunterricht mit ganzheitlichen Ansätzenkönnen alle profitieren. Wir setzen den Mensch mit all seinen Aspekten (Körper, Geist, Seele) in den Mittelpunkt und versuchen, durch Musik und Körperarbeit seine ursprüngliche Freude, sein natürliches Gleichgewicht und seine individuellen Fähigkeiten zu entwickeln.

 

*Quellen: Andrea Rittberger: Jedes Kind will musizieren, Beustverlag; Hans Günther Bastian: Kinder optimal fördern – mit Musik, Atlantis-Schott; David Tame: The secret power of music, Destiny books