Tablaunterricht

Tablaunterricht in Berlin NeuköllnDie Tabla ist ein außergewöhnliches Instrument. Eigentlich sind es zwei – ein Trommelpaar – denen mittels feingliedriger Fingerarbeit überraschend viele Klänge entlockt werden können. Auf das Fell einer Tabla wird eine Stimmpaste aufgetragen, so dass sie einen singenden, „flagonet“-artigen Ton produzieren kann – man kann die Tabla also auf eine bestimmte Tonhöhe stimmen. Und das sollte man auch, denn nur so ergibt sich der charakteristische Klang, der so wunderbar mit dem anderer indischer Instrumente verschmelzen kann.

Die Art und Weise wie auf der Tabla rhythmische Strukturen entstehen ist derart komplex, dass man sie nur schwer mit anderen Perkussionsinstrumenten vergleichen kann. Am besten lässt sich dies natürlich am Instrument erleben, akustisch und visuell! Als Soloinstrument ist die Tabla wie keine andere indische Trommel geeignet, ganz verschiedene Aspekte indischer Trommelkunst vorzuführen. Verschiedene indische Trommeln können in Tabla- Kompositionen bewusst „zitiert“, nachgeahmt werden. Bei vielen Kompositionen (z.B. Qayda, Rela) wird zunächst ein Thema vorgestellt, welches dann von einer Kette teils spontan erfundener Variationen ergänzt wird. Dies geschieht in der Regel in außerordentlich rasantem Tempo. Ein gut ausgebildeter Tabla-Spieler ist dabei in der Lage das Stück ohne Hast, mit absoluter Gelassenheit vorzutragen. Auf diese Weise erhalten viele Stücke einen fließenden, ruhevollen Charakter. Bei Aufführungen werden sie mit kompakteren, brilliant durchkomponierten Stücken kontrastiert, die wie kurze Feuerwerksexplosionen aufleuchten. Diese fixierten, traditionellen Kompositionen (Gat, Gat-Paran, Tukra, Cakradar, etc.) können mündlich vorgetragen werden, bevor sie auf dem Instrument gespielt werden. Dabei werden sie ebenso beeindruckend schnell und mühelos gesprochen, wie sie anschließend auf dem Instrument gespielt werden. Erstaunlich ist, wie akkurat die Silben das Instrument abbilden. Die hierfür verwendeten Trommelsilben dienen den Spielern auch als Gedächtnisstütze und bilden die Grundlage für die Notation der Trommelkompositionen.

Das Fundament auf dem der Tabla-Spieler sich bei jedem Konzert bewegt, ist der jeweilige rhythmische Zyklus (Tala), meistens über die Länge von 16, 10, 7, 12, 6, 8 oder 14 Zählzeiten. Die jeweilige Standardkomposition (Theka), die diesen Zyklus abbildet ist eine Art Start- und Landebahn zu welcher der Spieler nach jedem Kunststück zurückkehrt, um gleich darauf erneut abzuheben. Indische Rhythmik war und ist für Musiker mit verschiedensten Interessensgebieten ein großes Abenteuer und Inspirationsquelle. Der riesige Schatz an traditionellen, überlieferten Kompositionen garantiert viel Abwechslung für Zuhörer und nicht zuletzt auch den Spieler selbst.

Lehrer: Fabian Bakels